Veröffentlicht: 25.06.2026
Technikgeschichte, Erinnerungskultur und digitale Bildung miteinander verbinden: Mit einer neuen interaktiven Webkarte macht die Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd jüdische Erfinder:innen und ihre Leistungen sichtbar. Das Projekt MapTribute eröffnet einen neuen Zugang zu jüdischen Biografien und ihren Beiträgen zur Gesellschaft und entwickelt zugleich praxisnahe Unterrichtsmaterialien für Schulen. Das Vorhaben ist Teil des Projekts „Erinnern, Erfinden, Erkennen: Jüdische Perspektiven im Technikunterricht“, das von der Baden-Württemberg Stiftung gefördert wird. Vonseiten der PH sind Prof. Dr. Hannes Helmut Nepper (Institut für Beruf, Bildung und Technik) und PD Dr. Gabriele Theuer (Institut für Theologie und Religionspädagogik) verantwortlich.
Im Mittelpunkt von MapTribute stehen gleich zwei Ziele: "Zum einen sollen Studierende des Lehramts Religion und Technik bzw. Sachunterricht praxisnahe Unterrichtsmaterialien entwickeln. Zum anderen soll die Karte selbst zu einem dauerhaften, frei nutzbaren Bildungswerkzeug werden", so Prof. Dr. Nepper. Anders als klassische Lexika setzt MapTribute auf eine geografische und biografische Erzählweise: Nutzer:innen können die Standorte anklicken und erhalten Informationen zu Biografien, technischen Entwicklungen und zum historischen Kontext.
Die Projektverantwortlichen laden Schulen dazu ein, sich aktiv an MapTribute zu beteiligen. Interessierte können regionale Bezüge recherchieren und weitere jüdische Erfinder:innen in die Karte einbringen. Ziel ist es, das Angebot gemeinsam weiterzuentwickeln und möglichst viele lokale Geschichten sichtbar zu machen.
Ein besonderer Bestandteil des Projekts ist ein integriertes Werkzeug zur Erstellung von Gedenktafeln. Aus den Informationen der Webkarte lassen sich automatisch SVG-Dateien erzeugen, die sich beispielsweise mit einem Laserschneider auf Holz, Acryl oder Metall umsetzen lassen. Schulen und Makerspaces können so eigene Gedenktafeln für jüdische Erfinder:innen mit regionalem Bezug gestalten und herstellen.
Fachlich begleitet wird das Projekt von Angelika Vogt, Leiterin des Jüdischen Bildungswerks Württemberg. Die Kooperation stellt sicher, dass die historischen und religionspädagogischen Inhalte fundiert aufbereitet werden und jüdische Perspektiven von Beginn an in die Entwicklung einfließen.
MapTribute ist Teil eines knapp zweijährigen Projekts, das vom Programm „Bildung gegen Antisemitismus“ der Baden-Württemberg Stiftung gefördert wird und im März 2026 gestartet ist. Nach der Entwicklungsphase im Jahr 2026 werden die Materialien ab Herbst an Schulen erprobt. Anschließend werden sie weiterentwickelt und ab 2027 im Rahmen von Multiplikatorenschulungen einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Weitere Informationen zum Projekt bietet die Website: https://maptribute.makemint.org.